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Alle Jahre wieder vollzieht sich die gleiche Prozedur, angedachte Rasseverbote werden von einer Hetzkampagne in den Medien begleitet, vorwiegend in
Printmedien. Das Ziel ist klar, Züchter werden in Angst und Schrecken versetzt, um sie möglichst gefügig zu
machen und die Öffentlichkeit soll auf eine Linie gebracht werden. Dass man mit Halbwahrheiten, sogar Lügen und Verleumdungen arbeitet, merkt kaum jemand, denn über die seltenen Rassen, um die es geht, weiß man zu wenig oder gar nichts. So ist es ein Leichtes, die Menschen gegeneinander aufzubringen.
Das ist Journalismus übelster Art, wo mit den Emotionen der Betroffenen ein schändliches Spiel gespielt wird. War es 1995 noch der “Stern” mit seiner Titelstory “Frankensteins Tierwelt”, so ist es diesmal die
Springerpresse, die man für eine Drohkulisse nutzt. Die “Welt am Sonntag” vom 30.Juni 2002: “Spaßzucht: Deutsche Hunde, Katzen und Vögel grausam entstellt” Da wird von alten Rassen wie dem Chinesischen Schopfhund und der Sphynx
behauptet, sie stammen aus einem tierischen Gruselkabinett und werden ausschließlich zum Spaß und zum Erringen von Medaillen gezüchtet. Doch damit nicht genug, die “Bildwoche” legt in ihrer NR.33 noch einen drauf: “Wer
züchtet solche Tiere?” Gezeigt werden nackte Hunde, Katzen, Hühner usw. Nachdem die Züchter in die krimminelle Ecke gedrückt wurden, soll dann wohl die Hatz beginnen. Eine Schuldige ist auch schon gefunden, ihr Foto ist groß
abgebildet (Fahndungsfoto?). Es ist Sandra Adler, unsere Züchterkollegin und Präsidentin vom weltweiten Sphynxkatzen Club in New York. Sandy ist eine schöne Frau und die auf ihrer Schulter sitzende Sphynx “Sinatra” ist eine
typvolle Katze. Sie ist empört, dass sie ohne ihr Wissen Teil einer Kampagne wurde und lässt eine Klage gegen den Verlag prüfen. Dass die amerikanischen Anwälte in der Höhe der Schadensersatzforderung nicht gerade zimperlich
sind, ist bekannt. Übrigens werden die federlosen Hühner in Israel gezüchtet - zur größeren Eierausbeute (Auskunft: P.O.B. 4189, Haifa, Telefon 9 72-4-8 67 24 58). Das abgebildete
belgische Blaurind, welches mit Fleischbergen (“Fleischklops”) bepackt ist, dient ebenfalls der größeren Fleischausbeute. Hier handelt es sich eindeutig um das Ergebnis einer verfehlten Landwirtschaftspolitik,
wo die Produkte immer billiger werden müssen. Die gleichen Leute, die das verschulden oder billigend in Kauf nehmen, machen jetzt gegen uns Katzenzüchter mobil, und das mit Fotos, die die Folge ihres eigenen Versagens
zeigen. Gern wird immer wieder die Sphynx und die Munchkin in den diversen Kampagnen benutzt. Verschwiegen wird, dass die Munchkin-Katze überhaupt nicht mehr in der Tabelle der Bonner Gutachterkommission zum Paragraphen
11 b auftaucht und die Sphynx-Katze von allen Auflagen befreit ist, außer dass die Tasthaare vorhanden sein sollten. Natürlich wissen das auch die Verantwortlichen
aus Hessen, denn ich sah sie jedes Mal mit am Konferenztisch im Bonner Landwirtschaftsministerium sitzen, zuletzt Ende Oktober 2001. Handelt es sich hier also um bewusste Falschinformation der Öffentlichkeit? Mir ist
unbegreiflich, dass ein Blatt vom Niveau einer “Welt am Sonntag” so wenig recherchiert und so zum Opfer übler Kampagnen wird, und das in einem fast DIN A3 großen Artikel.
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