Verbot einiger Katzenrassen soll jetzt Wirklichkeit werden?

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enn die Drohungen aus Hessen tatsächlich vollzogen werden, wird Deutschland in Zukunft um einige lieb gewonnene Rassen ärmer. Es erreichen mich in letzter Zeit immer mehr Anrufe besorgter Züchter, die ihre tiefe Besorgnis zum Ausdruck bringen, denn sollte man ihnen ihr Hobby verbieten, hieße das, dass man ihnen einen Teil ihrer Lebensqualität und des persönlichen Ausgleichs entreißt...

Wenn “Katzen extra” mir die Gelegenheit gibt, möchte ich auf diesem Weg den Betroffenen etwas Mut machen, aber vor allen Dingen aufzeigen, dass noch nicht alle Gegenstimmen verstummt sind.

Wenn man die USA als “Katzenland” Nr.1 anerkennt, muss man sich doch fragen, wie es kommt, dass auf deren Ausstellungen eine wahre Flut von Manx- und Foldkatzen zu sehen sind und die Best of General 2001 eine schwarz-weiße Manx ist. Soll das alles falsch sein?
Die CFA und TICA nehmen gesundheitliche Probleme bei den Rassen sehr ernst und engagieren sich, nebenbei erwähnt, so viel für den Tierschutz wie alle deutschen Vereine zusammen es nicht tun. Ich habe enge persönliche Verbindungen in die USA und bin daher bestens informiert, ganz im Gegensatz scheinbar zu den Betreibern der hessischen Aktivitäten. Glauben die Verantwortlichen wirklich, dass in der CFA Züchter “Krüppel züchten” zum “Erringen von Medaillen”? Haben wir deutschen Besserwisser immer noch nicht gemerkt, dass wir als Lehrmeister nur noch milde belächelt werden? Wenn ich aus Bonn und Wiesbaden höre, dass wir Vorreiter im Tierschutz sein wollen, so muss ich fragen, wo denn bitte? Bei der Qual unserer Nutztiere, einschließlich von Schächtungen, die die gleichen Behörden nun wieder erlauben, die mir empfehlen, eine Bescheinigung beim Amtsveterinär ausstellen zu lassen, dass meine Kitten gebrauchsfähige Tasthaare haben?
Die Dimensionen stimmen in unseren Land doch nicht mehr und wo bleibt denn bitte schön die Vorreiterstellung in der Bildung, dem Schaffen von Arbeitsplätzen, der Beseitigung der weltweit längsten Autostaus und und und...?

Eine üble Medienkampagne angezettelt !

Fotos: Katzen extra Nr.11/2002 Privat

“Hilfe! Sie wollen uns an den Kragen!” Manx und Cymric auf der Abschussliste.

Bildwoche Nr. 33 links

Alle Jahre wieder vollzieht sich die gleiche Prozedur, angedachte Rasseverbote werden von einer Hetzkampagne in den Medien begleitet, vorwiegend in Printmedien. Das Ziel ist klar, Züchter werden in Angst und Schrecken versetzt, um sie möglichst gefügig zu machen und  die Öffentlichkeit soll auf eine Linie gebracht werden. Dass man mit Halbwahrheiten, sogar Lügen und Verleumdungen arbeitet, merkt kaum jemand, denn über die seltenen Rassen, um die es geht, weiß man zu wenig oder gar nichts. So ist es ein Leichtes, die Menschen gegeneinander aufzubringen.
Das ist Journalismus übelster Art, wo mit den Emotionen der Betroffenen ein schändliches Spiel gespielt wird. War es 1995 noch der “Stern” mit seiner Titelstory “Frankensteins Tierwelt”, so ist es diesmal die Springerpresse, die man für eine Drohkulisse nutzt. Die “Welt am Sonntag” vom 30.Juni 2002: “Spaßzucht: Deutsche Hunde, Katzen und Vögel grausam entstellt” Da wird von alten Rassen wie dem Chinesischen Schopfhund und der Sphynx behauptet, sie stammen aus einem tierischen Gruselkabinett und werden ausschließlich zum Spaß und zum Erringen von Medaillen gezüchtet.
Doch damit nicht genug, die “Bildwoche” legt in ihrer NR.33 noch einen drauf: “Wer züchtet solche Tiere?” Gezeigt werden nackte Hunde, Katzen, Hühner usw.
Nachdem die Züchter in die krimminelle Ecke gedrückt wurden, soll dann wohl die Hatz beginnen. Eine Schuldige ist auch schon gefunden, ihr Foto ist groß abgebildet (Fahndungsfoto?). Es ist Sandra Adler, unsere Züchterkollegin und Präsidentin vom weltweiten Sphynxkatzen Club in New York. Sandy ist eine schöne Frau und die auf ihrer Schulter sitzende Sphynx “Sinatra” ist eine typvolle Katze. Sie ist empört, dass sie ohne ihr Wissen Teil einer Kampagne wurde und lässt eine Klage gegen den Verlag prüfen. Dass die amerikanischen Anwälte in der Höhe der Schadensersatzforderung nicht gerade zimperlich sind, ist bekannt.
Übrigens werden die federlosen Hühner in Israel gezüchtet - zur größeren Eierausbeute (Auskunft: P.O.B. 4189, Haifa, Telefon 9 72-4-8 67 24 58). Das  abgebildete belgische  Blaurind, welches  mit Fleischbergen (“Fleischklops”) bepackt ist, dient ebenfalls der größeren Fleischausbeute.
Hier handelt es sich eindeutig um das Ergebnis einer verfehlten Landwirtschaftspolitik, wo die Produkte immer billiger werden müssen.
Die gleichen Leute, die das verschulden oder billigend in Kauf nehmen, machen jetzt gegen uns Katzenzüchter mobil, und das mit Fotos, die die Folge ihres eigenen Versagens zeigen. Gern wird immer wieder die Sphynx und die Munchkin in   den diversen Kampagnen benutzt. Verschwiegen wird, dass die Munchkin-Katze überhaupt nicht mehr in der Tabelle der Bonner Gutachterkommission zum Paragraphen 11 b auftaucht und die Sphynx-Katze von allen Auflagen befreit ist, außer dass die Tasthaare vorhanden sein sollten.
Natürlich wissen das auch die Verantwortlichen aus Hessen, denn ich sah sie jedes Mal mit am Konferenztisch im Bonner Landwirtschaftsministerium sitzen, zuletzt Ende Oktober 2001.
Handelt es sich hier also um bewusste Falschinformation der Öffentlichkeit? Mir ist unbegreiflich, dass ein Blatt vom Niveau einer “Welt am Sonntag” so wenig recherchiert und so zum Opfer übler Kampagnen wird, und das in einem fast DIN A3 großen Artikel.

Was kann ein ins Visier geratener Züchter noch tun?

Er kann sehr viel tun, auf keinen Fall sollte er gleich vor Ehrfurcht erstarren, wenn ihm ein Verbot von Amts wegen ins Haus flattert. Es gibt  genug Möglichkeiten und wenn man sie richtig nutzt, kann man erfolgreich sein, da kann ich den eventuell Betroffenen aus eigener Erfahrung Mut machen. In dem Verbot wird man Sie mit Behauptungen konfrontieren, die man aus Publikationen zusammengestellt hat und selbstverständlich sind die durchweg negativer Art.
Es gibt aber weitaus mehr positives Material über die von Ihnen gezüchtete Rasse, das wissen Sie natürlich längst. Stellen Sie dieses Material sorgfältig zusammen und bevorzugen Sie dabei weltbekannte seriöse Autoren - es gibt genug. Sollten Sie dennoch Probleme haben, so wenden Sie sich vertrauensvoll an mich unter Telefon 0 22 34 / 49 77 77 oder an die ISFA europe, Telefon 0 62 52 /  6119.Wenn Sie für Ihre Rasse ein Gegengutachten benötigen, so kann ich einen weltweit anerkannten Gutachter vermitteln. Für ein Gutachten müssen Sie ca. 1000,- €  veranschlagen.
Wappnen Sie sich rechtzeitig und warten Sie nicht bis der Ernstfall eintritt. Versuchen Sie stets mit  den Amtstierärzten, denn von ihnen wird ein Verbot kommen, auf einen guten Dialog hin zu arbeiten, aber geben Sie nicht “Ihre” geliebte Rasse   auf. Gehen Sie stets davon aus, dass das Recht auf Ihrer Seite ist, denn Sie führen (hoffentlich) eine vorbildliche Cattery, in der nur gesunde und glückliche Tiere leben. Laden Sie auf jeden Fall den Amtsveterinär zu einer kritischen Begutachtung zu sich nach Hause ein; er wird in den meisten Fällen dazu bereit sein. Bestehen Sie darauf, dass er oder sie Ihnen genau zeigt, wo Ihre Tiere Schmerzen, Leiden oder Schäden erfahren. Man wird diesen Beweis in der Praxis nicht antreten können und nach einiger Unsicherheit wird man sich auf den Paragraphen 11 b berufen, den man ja schließlich nicht selbst gemacht hätte.
Sagen Sie, dass Sie genau sehen möchten, wie der Vorwurf gegen die von Ihnen gezüchtete Rasse zustande kam und man wird auf die aufgeführte Literatur verweisen. Jetzt ist der Zeitpunkt, wo Sie Ihre gesammelten Hinweise auf diverse Literatur präsentieren, alles sauber und ordentlich aufgelistet nach Verfasser, Verlag und Titel. Natürlich wird man Ihnen mit einer Anzeige drohen, aber bleiben Sie äußerlich gelassen und sagen Sie, dass Sie Widerspruch einlegen werden und das Verbot auf keinen Fall akzeptieren, denn Sie sind sich  ganz sicher, dass Sie nichts Unrechtes getan haben. Sollte es auf einen Rechtsstreit zulaufen, so fürchten Sie diesen nicht, denn ein Richter will Beweise sehen und daran mangelt es Ihnen (hoffentlich) nicht. Sie haben nur gesunde Tiere und dagegen stehen Behauptungen, die nicht begründet werden können.

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Dazu weiter in Katzenextra 11/02 Hier!

Dieter Krowas